






Internationale Automobilausstellung IAA beginnt am Freitag. Elektromobilität eröffnet Forschern und Designern ganz neue Freiheiten.
Daimler-Chef Dieter Zetsche hat vom Auto der Zukunft schon eine recht genaue Vorstellung: „Dieses Ding – nennen wir es ruhig weiterhin Auto – wird sich wahrscheinlich in drei Dimensionen bewegen können. Solche Fahrzeuge oder besser ‚Fliegzeuge‘ werden sich dann ausschließlich mit regenerativer Energie bewegen.“ So schilderte der Konzernlenker einmal seine Vision für die nächsten 125 Jahre des Automobils. Noch gibt es keine fliegenden Autos, eines scheint jedoch klar: Das Auto wird künftig anders aussehen.
Vor allem die Elektromobilität eröffnet Forschern und Designern Freiheiten, gleichzeitig stellt sie die Experten aber vor neue Schwierigkeiten. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt (15. bis 25. September) geht es längst nicht mehr nur um den Antrieb: Wie kann im Auto Energie gespart oder jenseits von Batterie oder Brennstoffzelle sogar erzeugt werden? Wie wird das Fahrzeug möglichst leicht? Wie kann die Temperatur intelligent geregelt werden? Welche neuen Chancen ergeben sich fürs Design?
Bisher werde die neue Antriebstechnik meist noch in das herkömmliche Auto eingebaut, sagt Lutz Fügener, Experte für Autodesign. „Dies wird sich aber nach und nach ändern, das gilt auch für das Design. Da gibt es unglaublich viele Möglichkeiten – von sehr realistisch bis Science-Fiction.“ In gewisser Weise wiederholt sich hier nach 125 Jahren die Geschichte das Automobils: „Das erste moderne Auto war eine Kutsche mit Verbrennungsmotor. Man hat also zunächst an das Fahrzeug, das schon da war, die neue Entwicklung drangebaut“, sagt der Professor und Leiter des Studiengangs „Transportation Design“ an der Fachhochschule Pforzheim. „Genauso ist es jetzt wieder.“
Vorne Motor, in der Mitte Fahrgastzelle und hinten Kofferraum – das müsse künftig nicht mehr so sein, sagt Fügener. Im herkömmlichen Auto sei viel Platz reserviert für Motorblock und Nebenaggregate, im Elektroauto könnten die Komponenten dezentral verteilt werden. „Die Batterie kann man zum Beispiel in Platten anordnen und in einen doppelten Fahrzeugboden einbauen.“
Autor: Stefanie Koller Heiko Lossie | Frankfurt



