03. April 2009
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Blickfang:  „Mammut“-Stühle in der umfassenden Ikea-Ausstellung.
Blickfang: „Mammut“-Stühle in der umfassenden Ikea-Ausstellung.
© Gebert, dpa
Ideengeber:  Ikea-Chefdesigner Lars Dafnäs in der Ausstellung „Democratic Design“, die in der Pinakothek der Moderne läuft.
Ideengeber: Ikea-Chefdesigner Lars Dafnäs in der Ausstellung „Democratic Design“, die in der Pinakothek der Moderne läuft.
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Vom Möbelhaus ins Museum

www.neue-sammlung.de

MÜNCHEN. Für diese Ausstellung hat selbst der Leitende Sammlungsdirektor Florian Hufnagl daheim Möbel ausgeräumt. „Auf ein so frühes schwarzes Billy-Regal hatten wir sonst keinen Zugriff“, erläutert er. Also leerte er sein in Studentenzeiten erworbenes Regal, um das mehr als 25 Jahre alte Stück in die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne in München zu bringen. Schließlich zählt Billy zu den bekanntesten Produkten des schwedischen Möbelkonzerns Ikea, der wie kaum ein anderes Unternehmen die Vorstellung eines „demokratischen Designs“ prägt. Bis 12. Juli zeigt die Neue Sammlung Ikea-Klassiker aus mehr als einem halben Jahrhundert. Die Ausstellung stellt die Möbelstücke des Konzerns in einen designhistorischen Zusammenhang. „Wir haben ,Democratic Design – Ikea‘ ganz bewusst in die Raumfolge unserer Ausstellung eingefügt. Damit setzen wir rund 60 Jahre Ikea-Design in einen Gesamtkontext“, sagt Hufnagl.

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Wohnwelt verändert

So stehen mehrere Ausführungen des legendären Billy-Regals neben einem Bücherschrank von 1908, der Ikea-Schrank Manhattan von 1960 neben einem dänischen Bücherschrank von 1940, der Ikea-Stuhl Jules (1999) neben fünf anderen Stuhlmodellen aus sechs Jahrzehnten, bei denen ebenfalls die Idee einer durchlöcherten Rückenlehne umgesetzt wurde. Der Aspekt des Demokratischen sei „immer ein relevantes Thema im Design, und das schon seit dem 19. Jahrhundert, genauer gesagt: seit den Zeiten der Industrialisierung“, betont Hufnagl. Lange vor Ikea habe es in Schweden eine Bewegung für einen menschengerechten Wohnstil gegeben, die den Möbelkonzern-Gründer Ingvar Kamprad sicher entscheidend geprägt habe. Bislang sei es selten geglückt, qualitätsvolle Entwürfe in die Massenproduktion umzusetzen.

Wenn dies gelinge, dann „eigentlich nur auf der Basis dezidiert unternehmerischer, ökonomisch orientierter Strategien“, erklärt der Sammlungsdirektor. Kein anderes Unternehmen habe die Wohnwelt „so sehr verändert wie Ikea in den letzten Jahrzehnten“. Neben frühen Ikea-Entwürfen wie dem Couchtisch Lövet (1956) und Dauerbrennern aus dem Ikea-Sortiment wie dem Freischwingersessel Pöang (1977) sind auch Neuheiten wie der Becher PS Fjällbjörk und die Standleuchte PS Svarva zu sehen. Rund die Hälfte der Exponate stammt aus den Beständen der Neuen Sammlung, die seit Ende der 80er-Jahre selektiv Produkte von Ikea erwirbt. Die andere Hälfte kommt als Leihgaben aus dem Ikea-Museum in Älmhult und aus Privatbesitz von Ikea-Mitarbeitern. „Einige Stücke, die wir unbedingt für unsere Ausstellung haben wollten, sind derart selten geworden, dass wir sie nirgendwo finden konnten,“ erläutert der Sammlungsdirektor. „Und da half eine Suchanzeige im Ikea-Intranet.“ Die Exponate der Ausstellung sind stilecht auf Stapeln der flachen Kartons aufgestellt, in denen Einzelteile von Ikea-Möbeln verpackt sind. Die platzsparende Verpackung sei „ein Teil des Systems“, sagt Hufnagl zur Begründung.

„Im sogenannten Paternoster-Raum der Sammlung haben die Ausstellungsmacher ferner eine riesige Birke aufgestellt, „deren helles Holz die gestalterische Haltung bei Ikea so entscheidend prägt“. Die Ausstellung zeigt die Wurzeln des Ikea-Designs in der Skandinavischen Moderne, aber auch die Bedeutung der Bilder und Ideale des schwedischen Malers Carl Larsson (1853–1919).

Petr Jerabek

19.05.2011
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Sa, 19.05.2012 05:15
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