Porsche-Produktion in Leipzig. Porsche baut seinen neuen kleinen Geländewagen Cajun an dem sächsischen Standort.
Porsche-Produktion in Leipzig. Porsche baut seinen neuen kleinen Geländewagen Cajun an dem sächsischen Standort.

Porsche baut kleinen Geländewagen Cajun in Leipzig

Stuttgart/Leipzig (dpa) - Porsche baut seinen neuen kleinen Geländewagen Cajun in Leipzig. Mindestens 1000 neue Stellen sollen für die Produktion an dem sächsischen Standort geschaffen werden, sagte Vorstandschef Matthias Müller am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats.

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«Bereits bei der Produktion des Cayenne und Panamera hat unser Leipziger Werk eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es Premiumfahrzeuge in höchster Qualität fertigen kann», begründete der Manager die Standortentscheidung. Die fünfte Baureihe der Sport- und Geländewagenschmiede soll voraussichtlich 2013 auf den Markt kommen.

Für den Ausbau des Leipziger Werkes wollen die Schwaben einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen. Leipzig soll mit dem Geld zu einem Produktionsstandort mit Rohbau und Lackiererei ausgebaut werden. Die Bauarbeiten starten noch in diesem Jahr. Bislang gibt es rund 650 Beschäftigte in dem Werk, in dem seit dem Jahr 2002 der große Bruder des Cajun, der Geländewagen Cayenne montiert wird. Die Luxuslimousine Panamera wird seit 2009 in Sachsen produziert, die vorgefertigten Teile für die beiden Fahrzeuge kommen aus VW-Werken.

Der Cajun soll auf Basis des kleinen Audi-Geländewagens Q5 entstehen. Als mögliche Standorte für die Produktion waren auch die Audi-Werke in Neckarsulm und im bayerischen Ingolstadt sowie der VW-Standort Hannover im Rennen.

Vom Start der fünften Baureihe sollen auch das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und der Entwicklungsstandort in Weissach profitieren. Porsche-Lenker Müller kündigte auch für diese Standorte neue Jobs an. Wie viele zusätzliche Beschäftigte kommen werden, wurde noch nicht gesagt. Es wird aber mit einer Zahl im niedrigen dreistelligen Bereich gerechnet.

Müller war am Mittwoch nach Leipzig gereist, um die Beschäftigten über die Pläne des Managements zu informieren. «Die Leute waren begeistert», beschreibt Betriebsratschef Knut Lofski die Stimmung bei der Betriebsversammlung. «Da war viel Emotion.» Anschließend sprach der Porsche-Chef in Stuttgart zu den Mitarbeitern.

Die Schwaben haben unter dem Dach von Volkswagen mit Konzernlenker Martin Winterkorn ehrgeizige Wachstumsziele: Der Absatz soll mit dem Cajun in den nächsten Jahren auf rund 200 000 Fahrzeuge hochgeschraubt und damit nahezu verdoppelt werden.

Die Finanzziele will Müller an diesem Donnerstag in Stuttgart verkünden. Im Rumpfgeschäftsjahr 2010 (1. August bis 31. Dezember) hatte Porsche den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 688 Millionen Euro verdreifacht. Der Umsatz legte um 59 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu und der Absatz stieg um 57 Prozent auf 40 446 Wagen.

Kurz vor der Bilanzpressekonferenz erreichten aber auch neue Hiobsbotschaften aus den USA das Porsche-Management. Die Sportwagenschmiede ist wegen der gescheiterten VW-Übernahme erneut ins Visier von US-Hedgefonds geraten. Sie machen bei ihrer Klage ein Schaden von einer Milliarde US-Dollar (rund 710 Mio Euro) geltend, wie aus auf der Internetseite des New Yorker Gerichts veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Wie schon bei einem anderen laufenden Rechtsstreit mit Investoren in den USA werfen die Kläger dem früheren Porsche-Management um Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking vor, sie über ihre wahren Absichten beim geplanten VW-Deal getäuscht zu haben.

Auch in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen Wiedeking und seinen ehemaligen Finanzchef Holger Härter. Die juristischen Auseinandersetzungen gelten neben der unklaren steuerlichen Bewertung als Stolpersteine auf dem Weg zur geplanten Verschmelzung von Porsche und Volkswagen. Nach der gescheiterten VW-Übernahme sollte Porsche dem ursprünglichen Zeitplan zufolge noch in diesem Jahr unter das Dach von VW schlüpfen.

16.03.2011

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