

Nur Fliegen ist schöner. So lautete 1969 der Werbeslogan für den Opel GT. Dies kann ich nur bestätigen. Damals 90 PS bei einer Spitzengeschwindigkeit von 185 Kilometern pro Stunde, der Wahnsinn. Ein kompromissloser Zweisitzer mit Mittelmotor fast auf Hinterkopfhöhe. Eine Unterhaltung war ab Tempo 120 nicht möglich. Dazu die hydraulisch auszuklappenden Schlafaugen, einfach unwiderstehlich. 1969: In diesem Jahr machte ich mit 24 meinen Führerschein. Mein Traum: Einen Opel GT mein eigen zu nennen.
Neu kostete er 14 000 Mark. Als frisch verheirateter Modeverkäufer konnte ich mir dies nicht leisten. Dann kam die Erlösung. In der PZ wurde ein GT für 5900 Mark angeboten, gebraucht, in Stuttgart. Mit Herzklopfen rief ich bei dem Verkäufer an. Meine Worte waren: „Bitte reservieren, ich komme gleich.“ Mein Chef gab mir frei, meine Schwiegermutter lieh mir das Geld und mein Freund fuhr mit mir nach Stuttgart. Nach dem Kaufabschluss, der GT kostete plötzlich 6400 Mark, ging es zurück auf der A 8. Autobahnerfahrung hatte ich noch nicht. Immer, wenn mein Freund überholte, überholte ich auch. Auf einmal war mein Freund weg, ich hatte ihn mit überholt. Schweißgebadet kam ich aber trotzdem ohne Unfall in Pforzheim an. Endlich war ich stolzer Besitzer meines Traumautos.



