11. Juli 2011
Nicht ganz so steil wie bei der Eppinger Himmelsleiter: Trotzdem geht es bei der Sternenschanze ordentlich bergauf.   Kollros
Nicht ganz so steil wie bei der Eppinger Himmelsleiter: Trotzdem geht es bei der Sternenschanze ordentlich bergauf. Kollros

Historisch wertvolles Wandern

MÜHLACKER. Abschnitt des Eppinger-Linien-Weges wurde neu ausgeschildert. Die Route soll in Zukunft wieder häufiger frequentiert werden.

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Diese Anlage verdient es, nicht vergessen zu werden“, so stufte Mühlackers Bürgermeister Winfried Abicht die „Einweihung“ des auf Gemarkung Mühlacker neu ausgeschilderten Eppinger-Linien-Wegs ein. Diese Verteidigungslinie sei Teil der reichhaltigen Heimatgeschichte.

Groß war der Andrang nicht – aber rund zwei Dutzend geschichtsinteressierter Mühlackerer wollten dann doch erfahren, wie ausgangs des 17. Jahrhunderts dieser Schutzwall in Nord-Süd-Richtung von der Sternenschanze oberhalb Schönenbergs zum Landgraben im Plattenwald tatsächlich verlief.

Info-Tafeln aufgebaut

Zahlreiche Mitstreiter aus Vereinen und Initiativen hatten in den zurückliegenden ein, zwei Jahren die Stadt Mühlacker unterstützt, mit einem „historischen Unfug“ aufzuräumen, womit Planungsamtsleiter Armin Dauner meinte, dass der ausgeschilderte Verlauf der Verteidigungslinie nicht den historischen Tatsachen entsprach. Zudem wurden entlang des Weges sieben Informationstafeln installiert, die einerseits die Funktion der Linie als Verteidigungseinrichtung gegen Überfälle französischer Truppen unter dem „Sonnenkönig“ Louis XIV. aufzeigen und zudem die Besonderheiten an den jeweiligen Örtlichkeiten erläutern.

So erfährt man, dass die Anlagen größtenteils von Frauen und Männern aus der näheren Umgebung in Fronarbeit errichtet werden mussten „und dies ohne richtige Werkzeuge, sondern vielmehr in Handarbeit, wie Bürgermeister Abicht verdeutlichte. Dieser drückte die Hoffnung aus, dass der Weg künftig wieder „stark bewandert wird“, damit er zum einen nicht zuwachse und zum anderen den Menschen in der Natur zeige, was es hier zu entdecken gebe. Dazu gehöre auch der Lomersheimer Turmstumpen, der Ende des 17. Jahrhunderts kurzerhand in die Verteidigungsanlage integriert wurde. Immerhin: Lomersheim habe einst eine große strategische Bedeutung im Enztal gehabt mit einem der größten Flussübergänge in der Region.

Bürgermeister Abicht dankte in dem Zusammenhang allen ehrenamtlichen Mitarbeitern etwa vom Historisch-Archäologischen Verein, vom Schwäbischen Albverein, von den „Scherbabuzzern“ und vom Verschönerungsverein sowie vom Heimatverein Lomersheim, die nicht nur einen Teilabschnitt des Weges überhaupt erst wieder begehbar gemacht hatten, sondern zum Abschluss der beiden Erkundungswanderungen – ausgehend vom Sauberg sowie vom Plattenwald – dem plötzlichen Regenguss zum Trotz am Lomersheimer Burgstumpen ein kleines Festle organisierte.

Autor: Norbert kollros mühlacker/ötisheim

11.07.2011
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