

MAULBRONN. Auf sehr großes Interesse ist am Samstag die Ausstellungseröffnung „Robs Mayer – ein Querschnitt durch sein Schaffen“ gestoßen. Zum 100. Geburtstag des in Maulbronn geborenen und mittlerweile verstorbenen Malers präsentieren die Mitglieder des Klosterstädter Geschichts- und Heimatvereins im künftigen „Museum auf dem Schafhof“ eine umfangreiche Schau seiner Arbeiten.
Für die Veranstalter war es die erste große Kunstausstellung im „Museum auf dem Schafhof“. Über 100 Besucher kamen zu der Vernissage, die der stellvertretende Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Maulbronn, Peter Krüger, eröffnete. Die zahlreichen Bilder des am 20. Dezember 1907 in Maulbronn geborenen Robs Mayer wurden von der Stadt Maulbronn, von privaten Leihgebern und der Tochter Irmgard Bossert zur Verfügung gestellt. Sie war zur Vernissage persönlich anwesend. Die Ausstellung sei kurz vor dem 101. Jahrestag seiner Geburt für sie „der krönende Abschluss des Gedenkjahres“. Ihre Bewunderung für die Arbeit ihres Vaters drückte Irmgard Bossert in einer ausführlichen Erinnerung an dessen Lebensgeschichte aus. „Man glaubt kaum, dass so unterschiedliche Stile und Techniken von einem einzigen Maler beherrscht wurden“, sagte sie. Ihr Wunsch wäre es, dass „das ¼uvre (Gesamtwerk)“ von Mayer in Maulbronn eine Bleibe finden könnte. Früh hätte Mayer die Lust am Malen entdeckt. „Er war besessen vom Malen“, so Irmgard Bossert. In Stuttgart, München und in Wien habe er sein Talent weiterentwickelt, in dem er die Alten Meister studierte und kopierte. Von 1933 bis 1939 unterrichtete er am Maulbronner Seminar.
Das Mayer 1958 von Maulbronn nach Meisenheim gezogen ist, sei nicht aus „Groll und Frust“ passiert, dementierte sie ein Gerücht, das sich in seiner Heimatstadt hartnäckig halte. Nur die „existenzielle Notwendigkeit“ sei dafür verantwortlich gewesen. Der Unterricht an einer Privatschule sicherte die Existenz, des mit der Malerin Marianne Schneegans aus Bad Kreuznach verheirateten Mayer. Irmgard Bossert ging auch auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges an. Auf die Angst ihres Vaters zu den „entarteten Künstlern“ gezählt zu werden. Freiwillig habe er sich 1940 zum Armeedienst gemeldet und als Soldat gedient. Viele Aquarelle sind an der Ostfront entstanden. Einige Arbeiten aus dieser Zeit werden in der Ausstellung gezeigt. „Er malte aus innerem Drang, nicht um berühmt zu werden, Geld zu verdienen oder um zu gefallen“, sagte Irmgard Bossert. Die von ihr vorgetragene Lebensgeschichte ermöglichte eine persönliche Anteilnahme an dem Menschen und Künstler Robs Mayer.
Neben vielen Ölbildern sind im „Museum auf dem Schafhof“ 50 Aquarelle sowie einige Skizzen ausgestellt. Portraits, Landschaften und eigenwillige mit expressionistischer Ader gezeichnete Bilder. Mit einer englischen Madrigale gab das Vokalensemble Carmina antiqua der Ausstellungseröffnung eine ansprechende musikalische Umrahmung. Ulrich Haug und Yannis Haug-Jurgan setzten mit einem am Marimbafon gespielten Präludium von Bach einen weiteren akustischen Akzent.
Die Ausstellung ist am Wochenende, 6. und 7. Dezember, von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.
Autor: volker henkel



