

Im Kampf gegen den Brustkrebs zeichnen sich in Deutschland erneut messbare Erfolge ab. Seit dem Start des Mammografie-Screening-Programms zur besseren Früherkennung im Jahr 2005 entdecken Ärzte rund doppelt so viele kleine Tumoren wie früher, heißt es im neuen Bericht der Kooperationsgemeinschaft Mammografie, der beim Deutschen Krebskongress in Berlin vorgestellt wurde.
Damit ist eine Heilung erkrankter Frauen leichter möglich als früher. Viele Patientinnen können darüber hinaus ihre Brust behalten, weil Chirurgen nicht mehr so viel Gewebe entfernen müssen. In Zahlen heißt das: Bei acht von 1000 Frauen wird heute Brustkrebs entdeckt. Vor der Einführung des Screening-Programms waren es zwei bis drei.
„Wir gehen davon aus, dass wir Leben retten können“, sagt Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Südwest in Marburg. „Kleine Tumore bieten Chancen auf eine Komplettheilung. Wenn der Krebs schon gestreut hat, können wir das Leben oft nur verlängern.“
Brustkrebs fordert unter allen bösartigen Tumorarten bei Frauen in Deutschland mit Abstand die meisten Todesopfer. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sterben jedes Jahr rund 17000. Für den Bundestag war dies der Grund, nach dem Vorbild anderer EU-Staaten im Jahr 2002 ein landesweites Screening-Programm anzuschieben. Bis 2009 waren 94 Einheiten aufgebaut.
Das Prinzip ist einfach, aber aufwendig: Alle Frauen im besonders gefährdeten Alter zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre zu einer Untersuchung zur Früherkennung eingeladen.
Autor: Ulrike von Leszczynski



